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Digitalisierungsvarianten

Digitalisierungsvarianten

Methoden und Hinweise für das Digitalisieren von Dias

Im Folgenden werden verschiedene Digitalisierungsvarianten vorgestellt.
Für alle ist zu berücksichtigen:
Keine automatischen Filter und Bildkorrekturen
Deaktivieren Sie automatische Filter der digitalen Spiegelreflexkameras und automatische Bildkorrekturprogramme der Scanner – je mehr man sich den Eigenschaften des Originals nähert, desto besser.
Lichtquelle
Achten Sie beim Fotografieren auf eine möglichst gleichmäßige, farbneutrale Lichtquelle; vermeiden Sie sogenanntes Mischlicht (gleichzeitiges Vorkommen von Lichtquellen unterschiedlicher Farbzusammensetzung).
Sicherheitskopien
Speichern Sie Ihre Daten stets auf mehreren Festplatten (Sicherheitskopien) und lagern Sie diese nach Möglichkeit nicht alle am selben Ort.
Ordnung durch Vergabe von Inventarnummern
Ordnen Sie die Diapositive und gleichermaßen die digitalen Bilddateien. Mit der Vergabe von Inventarnummern erhalten Sie die Verbindung zwischen Diapositiv und Digitalisat.
TIFF-Dateiformat
Das TIFF-Dateiformat ist weniger stabilen und komprimierten Formaten wie JPEG vorzuziehen. Nichtproprietäre Dateiformate sind für die Langzeitarchivierung geeignet.
Bildauflösung und Farbtiefe
Ein qualitativ hochwertiges Digitalisat erreichen Sie beim Scannen von Kleinbilddias (24 × 36 mm) mit einer Bildauflösung ab 2.700 ppi und womöglich 16 Bit Farbtiefe.
Verwenden Sie für Ihre Digitalisate den RGB-Farbraum.
Masterkopie und Arbeitsarchiv
Wenn Sie die Digitalisate bearbeiten möchten, ist es sinnvoll, eine Originaldatei aufzubewahren und nur eine angefertigte Kopie zu ändern, um bei Bedarf stets auf die Ursprungsdatei zurückgreifen zu können. Sie können für das Bearbeiten der Bilder RAW-Dateien heranziehen, sollten jedoch für die Langzeitarchivierung der Bilddateien das TIFF-Format verwenden.

Warum sollte ich bei der Bildbearbeitung von digitalisierten Fotografien die automatische Bildkorrektur nicht verwenden?

Der Fotokaufmann Christian Meingast betont, dass eine Automatik nicht nachvollziehen kann, wie ein Bild auszusehen hat.
0:43 min.
Abfotografieren mit Diaduplikator (Objektivfortsatz)
Aufbau und Einsatz eines Diaduplikators Fotograf: Konrad Faltner, Amt für Film und Medien, Bozen, CC BY 4.0
Aufbau eines Diaduplikators auf Objektiv und digitaler Spiegelreflexkamera Zeichnung: Arpad Langer, Amt für Film und Medien, Bozen, CC BY 4.0
Voraussetzungen
Folgende Materialien sind für das Digitalisieren der Kleinbilddias (24 × 36 mm) mit Diaduplikator erforderlich:
  • digitale Spiegelreflexkamera
  • passendes Objektiv (Makroobjektiv mit 50 mm Brennweite)
  • Speicherkarte mit angemessener Kapazität
  • Adapterring als Verbindungselement zwischen Objektiv und Diaduplikator-Gehäuse
  • Diaduplikator (Gehäuse mit Diahalter)
  • Lichtquelle (gleichmäßig diffuses Licht)
Vorgehensweise
Das Abfotografieren von Dias mit Spiegelreflexkamera und Diaduplikator ermöglicht es, ohne größere Vorbereitungsarbeiten mit dem Digitalisieren von Diapositiven zu beginnen.
Für die Montage des Diaduplikators ist es zunächst erforderlich, das Gehäuse der Spiegelreflexkamera mit dem Objektiv zu verbinden; nun kann mit einem Adapterring das Objektiv mit dem Tubus des Diaduplikators verbunden werden (beim Kauf auf die Objektivgröße bzw. auf -durchmesser und Modelltyp achten). Danach können die Dias in der Halterung des Gehäuses platziert und Letztere bis zum Einrasten verschoben werden.
Verwenden Sie eine möglichst gleichmäßige Beleuchtung mit diffusem Licht, um unschöne über- bzw. unterbelichtete Partien auf Ihren Bildern zu vermeiden.
Beachten Sie, dass die Einstellungen der Spiegelreflexkamera je nach Lichteinflüssen, Objektivart und Dia-Beschaffenheit angepasst werden müssen.
Versuchen Sie aber generell, so gut wie möglich immer dieselben Lichteinflüsse und Kameraeinstellungen beizubehalten und Mischlicht zu vermeiden, um qualitativ gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen.

Diese Digitalisierungsvariante bietet den Vorteil, rasch und unkompliziert brauchbare Digitalisate zu erzeugen.

Abfotografieren mit Reprostativ und Leuchtpult
Reprostativ mit bereits montierter digitaler Spiegelreflexkamera, Grundplatte aus Glas und verschiedenen Bedienungselementen Fotografin: Jasmeen Farina, Südtiroler Landesarchiv, CC BY 4.0
Voraussetzungen
Auch mit Reprostativ und Leuchtpult ist es möglich, den eigenen Diabestand zu digitalisieren, dazu wird Folgendes benötigt:
  • digitale Spiegelreflexkamera
  • Objektiv (50 mm f2 oder 60-mm-Makroobjektiv)
  • Reprostativ
  • Speicherkarte mit angemessener Kapazität
  • Leuchtpult als Hintergrundbeleuchtung für die Diapositive
Vorgehensweise
Die Verwendung eines Reprostativs in Kombination mit einem Leuchtpult unterstützt ein einfaches und schnelles Digitalisieren von Diapositiven.

Positionieren Sie das Leuchtpult als Grundbrett für das Reprostativ. Befestigen Sie die Spiegelreflexkamera am Kameraarm, so kann sie an der Säule des Reprostativs genauer positioniert werden. Auf dem Leuchtpult kann die abzufotografierende Vorlage (Diapositiv) platziert werden. Die Spiegelreflexkamera wird nun auf der Säule des Reprostativs in Position gebracht: Der Abstand zur Vorlage muss je nach Objektivtyp bzw. -modell zuerst ermittelt werden.
Es gilt, so gut wie möglich immer dieselben Lichteinflüsse und Kameraeinstellungen beizubehalten, um qualitativ gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen.
Abfotogafieren vor beleuchtetem Hintergrund mit Diahalterung
Halterung für Diapositive auf opaker Glasscheibe mit Hintergrundbeleuchtung Fotograf: Konrad Faltner, Amt für Film und Medien, CC BY 4.0
Voraussetzungen
Für diese Digitalisierungsvariante werden folgende Materialien benötigt:
  • digitale Spiegelreflexkamera
  • passendes Objektiv
  • Stativ oder Befestigungsmöglichkeit für die Kamera
  • Speicherkarte mit angemessener Kapazität
  • opake Glasscheibe
  • passende Diahalterung aus Karton, Holz oder anderen Materialien
  • Lichtquelle (gleichmäßig diffuses Licht)
Vorgehensweise
Mit einer opaken Glasscheibe (z. B. Milchglas) und einer davor positionierten Halterung für die Diapositive ist es verhältnismäßig einfach, mit der digitalen Spiegelreflexkamera Diapositive abzufotografieren.
Dazu ist es erforderlich, die Glasscheibe vertikal zu befestigen und eine bereits vorhandene oder selbst konstruierte Diahalterung (z. B. aus Karton oder Holz) direkt darauf zu fixieren. Empfehlenswert ist es, für die Halterung eine Öffnung anzubringen, welche es ermöglicht, die Dias rasch auszutauschen, ohne bei jedem Diawechsel die gesamte Halterung von der Glasscheibe abnehmen zu müssen.
Achten Sie auch hier auf eine gleichmäßige Beleuchtung hinter der opaken Glasscheibe.
Bringen Sie nun die Kamera mit Stativ vor dem befestigten Diapositiv in Position und beginnen Sie mit dem Fotografieren.
Umbauen eines Diaprojektors
Voraussetzungen
Für das Digitalisieren mit modifiziertem Diaprojektor benötigen Sie Folgendes:
  • digitale Spiegelreflexkamera
  • passendes Objektiv (bevorzugt Makroobjektiv)
  • Stativ oder Befestigungsmöglichkeit für die Kamera
  • Speicherkarte mit angemessener Kapazität
  • modifizierter Diaprojektor (eventuell schwächere Lampe für diffuses Licht)
  • passend dimensionierte opake Glasscheibe (Milchglas) oder vergleichbare Kunststoffscheibe
  • Lichtquelle (gleichmäßig diffuses Licht)
Vorgehensweise
Sie können Ihre Dias auch digitalisieren, indem Sie einen Diaprojektor umbauen – allerdings müssen Sie dafür einige Vorbereitungen treffen. Detaillierte Anleitungen zum Umbauen beziehungsweise Umrüsten eines Diaprojektors sind online relativ einfach zu finden.
Dafür muss das Gehäuse abmontiert und das Objektiv des Projektors entfernt werden.
Es ist empfehlenswert, die vorhandene Lampe durch eine schwächere Variante (z. B. 75 W) zu ersetzen, um eine zu starke Beleuchtung beim Abfotografieren zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass die Lampe möglichst gleichmäßig diffuses Licht abgibt, indem Sie vor der Lampe eine kleine Scheibe aus opakem Glas (Milchglas) oder aus Kunststoff anbringen.
Das Gehäuse des Diaprojektors kann nun wieder aufgesetzt werden. Ermitteln Sie nun abhängig vom Objektivmodell die Distanz zwischen dem Diapositiv (im Projektor) und dem Kamerasensor: Auch in diesem Fall sind online nützliche Anleitungen zu finden. Schalten Sie den Projektor ein, fotografieren Sie das Dia ab und wechseln Sie mit der Projektorsteuerung zum nächsten Diapositiv.
Eine Anleitung zum Umbauen eines Diaprojektors von Peter Danninger

Diese Methode, Diapositive abzufotografieren, erfordert etwas mehr handwerkliches Geschick, erzielt jedoch durchaus gute Ergebnisse und ermöglicht es, verhältnismäßig rasch mehrere Dias zu digitalisieren.

Diascanner erwerben
Scanner für Diapositive mit eingelegtem Magazin Fotograf: User Harke, via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reflecta_DigitDia_6000_Slide_Scanner_(1).jpg, CC BY SA 4.0
Auch der Erwerb oder das Mieten eines handelsüblichen Diascanners kann in Erwägung gezogen werden.
Je nach Modell, Anbieter und eventueller Leihzeit variieren die Preise stark. Bei der Auswahl des Gerätes sollten Ihre Bedürfnisse die Entscheidung bestimmen: Müssen Sie eine große Anzahl an Diapositiven scannen oder ist das Dia-Repertoire überschaubar?

Die meisten Diascanner können nur ein Diapositiv pro Scanvorgang digitalisieren, manche Modelle können jedoch ganze Magazine automatisiert scannen. Erwägen Sie auch die Zeit, die Sie investieren möchten oder können, da pro Diapositiv-Scan in der Regel drei Minuten einkalkuliert werden sollten.

Ein wichtiger Faktor ist hierbei die höchste mögliche Auflösung, welche in ppi (pixels per inch, Bildpunkte pro Zoll) oder dpi (dots per inch, Bildpunkte pro Zoll) von den Herstellern oder Anbietern angegeben wird. Um qualitativ hochwertige Digitalisate zu erhalten, sollten die Scans von Kleinbilddias (24 × 36 mm) als Richtwert eine Auflösung ab 2.700 ppi aufweisen.
Dias von professionallen Anbietern scannen lassen
Mit professionellem Scanner digitalisiertes Diapositiv. Abgebildet ist die Fane-Alm bei Mühlbach, 1983. Das Bild wurde im Rahmen des Projekts „Lichtbild. Kulturschatz Historische Photographie“ im Amt für Film und Medien, Bozen, digitalisiert Fotograf: Franz Mayr, LAV039-1090, Bestand Franz Mayr, Amt für Film und Medien, Bozen, https://www.lichtbild-argentovivo.eu/de/bilddatenbank/bildsuche.html?detail=60074101, CC BY 4.0
Sollten sämtliche bisher aufgelisteten Lösungsvorschläge nicht anwendbar sein, ist es immer noch möglich, eine Auftragsvergabe an professionelle Anbieter in Betracht zu ziehen.

Dies hat den Vorteil, dass Diapositive in großer Anzahl (ganze Magazine) rasch und in sehr guter Qualität digitalisiert werden können.

Als Nachteil ist natürlich die kostspielige Natur dieses Lösungsvorschlages zu nennen: Je nach Anzahl der Dias, Scanauflösung, gewünschtem Dateiformat und eventuellen Nachbearbeitungsschritten kann der Preis pro Diapositiv erheblich schwanken. Darum empfiehlt es sich, bereits im Vorfeld eine engere Auswahl an Diapositiven zu treffen und diese auch zu reinigen.
Achten Sie bei der Auftragsvergabe auf bedeutende Faktoren wie Scanauflösung, originalgetreue Wiedergabe (keine automatische Bildbearbeitung) und vor allem für Langzeitarchivierung geeignete, nichtproprietäre Dateiformate wie TIFF.
 
Die Texte des E-Learning-Kurses basieren auf den Beiträgen der Autoren und Autorinnen in den jeweiligen Handreichungen (erschienen auf https://www.lichtbild-argentovivo.eu, erschienen unter der Lizenz CC BY 4.0). Die Texte der Handreichungen wurden vom Team Lichtbild für die jeweiligen E-Learning-Kapitel adaptiert.